| Tag 4 - von Günzburg nach Passau (11. Juli) |
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| Geschrieben von: Michael Schoch | |
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Der Tag beginnt mit einer Verspätung: Drei TWIKE sind nicht geladen! Trotzdem werden wir unser Ziel erreichen. Ja, es war so wie ich befürchtet hatte. Wir stellten gestern Nacht (es war beinahe heute früh) unsere Zelte im Regen auf, alles war nass oder zumindest feucht und ich war glücklich, in meinen Schlafsack zu kriechen und endlich den wohlverdienten Schlaf zu geniessen! Um 5:15 Uhr rasselt der Wecker! Die Kontrolle der TWIKE ergibt, dass irgendwann so gegen 2 Uhr bei drei TWIKE an der Campingsteckdose die Sicherung herausgesprungen war. Wir beschliessen, uns aufzuteilen. Sechs TWIKE fahren auf einer herrlichen Überlandfahrt nach Ingolstadt, die anderen drei schleichen zur nächsten Steckdose am Strassenrand und essen einen Zmorgen im McDonalds. Was für eine herrliche Landschaftsfülle bieten die Donauauen unterdessen der zweiten Gruppe! Schlussendlich erreichen beide Gruppen fast gleichzeitig das erste Ziel: Ingolstadt. Hier erwartet uns nun ein Stromparadies. Genügend Steckdosen für alle: Die TWIKE fühlen sich wie im Nirvana und saugen genüsslich, während die Piloten in den Bäckereien ihren Hunger stillen und den vielen interessierten Passanten Erklärungen zum TWIKE und Willisauer Ringli abgeben. Erneut starten wir. Diesmal Richtung Regensburg unserem Flusse, der Donau, nach. Wie oft wir diesen bereits überquert haben, wissen wir nicht. Doch sind es sicherlich einige Dutzend Mal! Vom Flüsslein, das der Quelle entsprang, bis hier, wo die Donau als schiffbarer Strom dahinfliesst, haben wir bereits die Hälfte der Höhenmeter des Flusses hinter uns gebracht. In von Schauern durchzogenen Abschnitten (das Innere des TWIKE ist aber angenehm trocken wie ein Schneckenhaus) erreichen wir die altehrwürdige Stadt Regensburg. Hier parkieren wir direkt vor dem Dom auf dem Pfarrplatz. Nun gibt es einen Grossauflauf von Interessenten zu bewältigen. Zum tausendsten Mal erklären die Challenge-Teilnehmer geduldig und freundlich das Mysterium TWIKE. Wieder verteilen wir fleissig unsere Flyer und die beliebten Willisauer Ringli. Jetzt greift Michael Schoch zum Alphorn und spielt den verblüfften Passanten einige Stücke vor. High-Tech und Alphorn: Was für eine Kombination! Dank einer gut organisierten Ladestation sind unsere TWIKE unterdessen satt und bedanken sich mit einem zufriedenen Rülpser (natürlich nicht!). Übrigens: Wir benötigen für die ganze Donaustrecke von ca. 2500 Kilometern nur den Gegenwert von 15l Benzin, mit welchen ein normales Auto gerademal zwei- bis dreihundert Kilometer zurücklegen kann! Beim vorgezogenen Nachtessen um fünf Uhr bemerkt ein Pilot, um 20 Uhr seien wir im Campingplatz bei Passau, worauf alle in ein Gelächter fallen, als hätte er einen wunderbaren Witz erzählt! Nun denn, wir haben damit recht, denn die Etappe ist lang und die Stromvorräte nicht für alle in ausreichender Form in den Batterien gestapelt. So müssen die Einen zwischenladen, die Anderen setzen sich mit den roten Warnlampen auseinander, welche das Ende der Energievorräte zum Besten geben! Mancher hat dabei schweisstreibende Schiebearbeit zu leisten. Nun denn, die Länge der Etappe war zu lange bemessen. Den TWIKE kann kein Vorwurf ausgesprochen werden, aber die herrliche Flusslandschaft hat uns unterwegs zu Ausflügen an die Donaugestade verleitet! Der "Schiebepreis", den wir dafür bezahlen, lohnt sich längst. Um 22:30 Uhr haben alle den Zeltplatz erreicht. Im Sumpf stellen wir die Zelte auf. Das schlägt schon etwas auf die Moral, zumal die Tage lang und streng sind und die Nächte kurz. Der Leiter des Campingplatzes ist aber äusserst gastfreundlich, ein Eidgenossen-Fan, arbeitete einst in Zürich in einem Zunfthaus, und so entspint sich ein gemütlicher Abend, der sich bis weit nach Mitternacht zieht! Ohje, und morgen rasselt der Wecker um 5.15 Uhr... Diese Nacht ist ausserdem ein Wachgang vorgesehen, um die Ladevorgänge der TWIKE zu kontrollieren (und um diesen Bericht zu schreiben). Morgen erwartet uns ein letzter strenger Tag vor dem ersehnten Ruhetag in Wien. Bis dann! (Michael Schoch/François Loeb/Matthias Schoch)
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