| Tag 5 - von Passau nach Wien (12. Juli) |
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| Geschrieben von: Michael Schoch | |
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Der Ruhetag in Wien will verdient sein. Eine letzte lange Etappe, die allerdings kaum vom Hochwasser beeinträchtigt wird. Ach, ist das schwer aus dem Zelt und dem Schlafsack zu kriechen, vor allem wenn das Gelände rundherum morastig ist und die Sandkörner in den Augen stechen! Nun, die Überwindung gelingt, die Katzenwäsche auch. Das nasse Zeugs einzupacken ist da schon schwieriger, zu klein bemessen scheinen alle Hüllen. Der erste Kaffee findet einzig in der Vorstellungskraft im Kopf statt und wir haben bereits beinahe eine Stunde Verspätung auf die Marschtabelle geschafft! Das heutige Ziel, Wien, scheint noch soo weit! In den Morgen hineinzufahren ist trotz Sand in den Augen herrlich und das kräftige Pedalen weckt die Lebensgeister besser als jeder Kaffee! Probieren Sie es ruhig einmal selber aus! Der Donau entlang, welche nicht blau, sondern der Hochwasser wegen (bedingt durch die heftigen Regenfälle der letzten Tage) braun sich dahin wälzt. Imposant, wie der Fluss sich durch die Hügel eingeschnitten hat! Jetzt nach Passau ist der Fluss zum Strom geworden, die Einmündung des wilden, in der Schweiz entspringenden, breiten, ja reissenden Inns ist spektakulär, die Brückenfahrt bei der Einmündung ein bleibendes Erlebnis! Gut, dass die TWIKE auch langsam fahren können ohne ungeduldiges Hupen zu erzeugen! Und plötzlich, ohne es zu bemerken, sind wir in Österreich. Einzig die Ortsschilder sind anders. "Du, wo war die Grenze", befrage ich meinen Beifahrer. "Keine Ahnung", erwidert dieser. Es ist, als wechsle man von einem Kanton in den andern! Hügelzüge sind nun zu durchqueren, wir sehen die Donau von hoch oben, dann von der Seite und dann sind wir bereits in Linz mit seinen alten Prunkhäusern auf dem Hauptplatz, wo wir unseren TWIKE und uns selbst die Ladepause gönnen. In einem kleinen, verwinkelten Café geniesse ich den ersten Mélange und das urige Frühstück mit sieben Tageszeitungen, welche meinen Aktualitätendurst zu stillen vermögen. Auch nach zwei Stunden stört sich niemand daran, dass ich weiterlese und einzig an meinem Wasserglas nippe. Echte Kaffeehaustradition erster Güte! Weiter geht es jetzt nach Melk! Das Hochwasser zwingt uns zu Umwegen über Hügel und Täler, die Donaustrasse ist teilweise überflutet! Grosse Augen machen die Tankstellenpächter, als wir mit unseren neun TWIKE ohne Einfüllstutzenlöcher vorfahren, um den Luftdruck zu prüfen und zu erhöhen, was sich energiesparend auswirkt. Als Kompensation für entgangenen Benzinverkauf decken wir uns mit Getränken ein (unser Treibstoff zur Ausgleichung des Flüssigkeitsverlustes). Von weitem wird langsam die Klosteranlage von Melk sichtbar. Wir werden von den Gemeindebehörden herzlichst empfangen und besichtigen anschliessend die prunkvolle Klosteranlage! Was für ein Reichtum an Formen und Materialien, an Gold und Silber, an Malereien und Staffage ist da zu bewundern! Uns gefiel neben den Bauwerken auch der Parkgarten mit seiner von der Natur geschenkten wunderbaren Fülle! Um 17 Uhr dann das letzte Teilstück nach Wien, wiederum im Regen. So meiden wir die Donauufer, denn die Strecke ist lang, und bergige Umleitungsfahrten würden uns erneut zu "Nacht-und-Regen-Zeltaufbau-Aktionen" zwingen! Oh nein, denkt jeder, und so elektropedalen wir geschwind dem Zeltplatz zu, wo wir dann bereits um 19.15 Uhr eintreffen (ein wahrer Luxus)! Die Regenwolken haben auch ein Einsehen mit uns, der Zeltaufbau für jene, welche nicht in einer Cabine nächtigen, erfolgt im Trockenen! Ach, und dann der Hunger! So nach einem TWIKE-Tag verlangt der Magen seinen Tribut! Im Ochsenkopf, zu Fuss ein Kilometer vom Zeltplatz entfernt, tafeln wir mit Wiener Spezialitäten, frisch geduscht schmeckt zudem alles doppelt köstlich und der Ruhetag in Wien lässt uns dem nicht mehr fernen nächsten Tag mit Freude entgegensehen!! (François Loeb)
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