| Tag 7 - von Wien nach Komárom (14. Juli) |
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| Geschrieben von: Michael Schoch | |
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Der Tag beginnt im Irrgarten Wien und endet in einem Zelt mit Durch-Zug... Heute verabschieden sich drei TWIKE von uns, welche wie geplant nur bis Wien mitgefahren sind. Wir sind jetzt noch sechs Fahrzeuge, welche am Morgen früh den Weg nach Bratislava unter die Räder nehmen. Wien von West nach Südost in TWIKE im morgendlichen Arbeitsverkehr zu durchqueren, ist bereits ein Abenteuer! Über Zubringer, Kreisel, Ampelketten, welche uns trennen, bis hin zu Strassenbezeichnungen, welche uns richtig erscheinen, sich aber als die 180° falsche Seite erweisen, tasten wir uns noch frühstückslos durch das sich den Sand aus den Augen reibende Wien. Die Piloten im Führungsfahrzeug scheinen sich nach einem "Schnägg" zu sehnen, fahren sie doch elegante Kreise durch Quartiere, bis wir endlich, endlich das Ortsausgangszeichen Wien innerlich applaudierend passieren. Doch es war eine kurze Freude, denn fünf Minuten später – Oh, Schreck – wieder das Ortseingangsschild "Wien", auf das wir uns vor zwei Tagen so gefreut haben und das wir jetzt ins Pfefferland wünschen! Doch schlussendlich sind wir auf der Strasse nach Bratislava, in der Ebene, fern vor uns die Hügel, welche unser Ziel sind. Beim Slowakischen Zoll geht alles bestens vonstatten und bereits kurz nach der Grenze erreichen wir Bratislava. Am Hauptplatz werden wir vom Schweizer Gesandten und vom Bürgermeister der Altstadt von Bratislava empfangen und gleich sind unsere Fahrzeuge umringt. Eine ältere Dame meint "schmeichelhaft" zum Berichterstatter: "Sind Sie nicht zu alt für so etwas"? Ansonsten sind die Bemerkungen begeistert und von Neugier geprägt! Probefahren, Laden, Kaffeetrinken lösen sich mit Entdeckungsgängen in das geschichtsträchtige, wunderbare Bratislava ab. Donaudampfer bringen Touristenhorden in die Stadt. Diese sind jedoch in Eile, sehen wohl viele der versteckten Stadtjuwelen kaum. Wer noch nie in Bratislava war, dem kann ich die kurze Fahrt von Wien her nur empfehlen! Im Restaurant lernen wir den berühmten Tenor der hervorragenden Bratislava Oper kennen. Ich nehme mir fest vor, ihn diesen Herbst als Zuschauer zu bewundern und die Stadt noch besser zu erkunden. Ein wunderbares Mittagessen folgt, wir sind zu Tisch geladen, indessen zwei Polizisten unseren Wagenpark bewachen. Erstmals essen wir gemeinsam, denn sonst muss jeweils ein TWIKER Wache schieben, wird dann aber abgelöst, sodass er sich im Schnellessen üben kann... Heiss ist es geworden, und weiter geht's in Richtung Budapest durch die wunderbarste Landschaft, durch Auen und Wälder. Die Donau grüsst jeweils dazwischen. Als die ersten TWIKE ihre fast 125 Kilometer gefahren sind, macht sich Strommangel bemerkbar, und wir finden einen Campingplatz mit Strom, kämpfen aber vorerst eine Stunde mit Sicherungen, welche bei geringster Last den Dienst versagen! Ein Restaurant nicht weit von uns serviert nur bis 21 Uhr, und es bedarf der Überredungskünste unseres Ungarisch sprechenden Crewmitglieds, dass wir dann ein wunderbares Mahl vorgesetzt erhalten. In tiefer Nacht wandern wir im Entengang der Hauptstrasse zurück zu den Zelten... Die Autos rasen wie Gespenster an uns vorbei, aus dem nirgendwo ins nirgendwo... Die Nacht wird etwas lärmig, liegen unsere Zelte doch neben einer Bahnböschung – und alle zehn Minuten fährt (so empfinden unsere Ohren es auf alle Fälle) ein Zug mitten durch unser Zelt... (François Loeb)
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