|
Hier scheint Natur und Mensch noch in Einklang zu leben!
Vom Bürgermeister sind wir zu einer Besichtigung der Umgebung eingeladen, um 8 Uhr wartet ein Minibus auf uns. Brigitte unser "Doc" wird als Krankenschwester an das Bett eines deutschen Radfahrers gerufen (seine dreier Gruppe fährt ab Wien die gleiche Strecke wie wir) da er unter starken Magenschmerzen leidet! Auch für Krankenpflege ist unsere TWIKE Challenge gut!
Endlich fahren wir über Naturstrassen los, besichtigen die Wassergewinnung aus der Donau mit herrlichster Aussicht auf den Strom und das bulgarische malerische Ufer, dann die Insdsutriezone und den Hafen mit der sich mit EU mitteln in Bau befindlichen Fährsrtation, welche ab 2006 das rumänische Ufer mit dem bulgarischen verbinden soll. Das Fährschiff welches einst seinen Dienst in Deutschland tat, ist bereits vertäut, es ist vor einer Woche eingetroffen. Die Werbung auf deutsch und die angegebenen Preise noch in DM! Das Schiff muss einige Zeit auf Halde gelegen sein bevor es seinen Weg hierher unter Kiel nahm und fand. Der Bürgermeister zeigt uns die Innereien des Schiffs voller Stolz, er ist, das fühlt man, die treibende Kraft die beiden Ufer zu verbinden.
Nach Besichtigung der durch italienische Kirchenbauer 1890 in der Sommerresidenz des damaligen rumänischen Königs erbauten serbisch- orthodoxe Kirche, deren Kuppel dem verheerenden Erdbeben von 1977 zum Opfer fiel, von italienischen Spezialisten aber wieder hergestellt werden konnte, fahren wir mit den gut genährten TWIKES - die Energie des Orts hat ihnen sichtlich gefallen, weiter richtung schwarzes Meer. Eine perfekte Strasse (wir fanden trotz aller Unkenrufe beinahe nur solche bei unserer fahrt durch Rumänien vor!) lässt uns rasch vorankommen. Statt der Schlaglöcher weichen wir Piloten nun nur den Pferdeäpfeln aus, welche überall verteilt auf der Strasse liegen! Ja Pferdefuhrwerke, Einspänner, Zweispänner, Eselskarren, Maultiergefährte beleben die Strassen und kommen erstaunlich gut voran. Manchmal trottet ein Jungtier angebunden neben seiner Mutter und manches Pferd scheut bei unseren lautlosen Überholmanövern, sodass die Fuhrleute, welche oft stehend auf dem Gefährt die Karren lenken, ihre gute Mühe haben ihre Tiere zu beruhigen. Wir bewundern überbreite Heuladungen welche bis drei Meter hoch aufragen, sodass die Bauersleute von ganz oben auf uns herunterblicken. Die Piloten beginnen bei diesem Anblick unweigerlich "Ramseiers wei go grase" zu summen, so kunstvoll perfekt ist die Ladung verstaut, sodass kein Grashalm verloren gehen kann.

Auf den Telegrafenmasten reihen sich in den Dörfern Storchennest an Storchennest in welchen die Storchenpaare ihre Jungtiere pflegen und betreuen. Auch auf den Hausdächern Störche, welche die Gegend scharf beobachten, um sich futtersuchend dann in die Luft zu schwingen.

Immer wieder sehen wir unseren Lotsen, die Donau, welche uns den Weg weist, zwischen Wäldern, Hügeln und Auen blinken. Träge fliesst der Strom dahin. Fruchtbar sind die Felder und an den Donauufern weiden im Marschland friedlich Kühe und auch Pferde, waten im Wasser und lassen es sich wohlergegen. Weniger glücklich sind die Tiere, welche an kurzen Seilen am Strassenrand angebunden ihren vorgegebenen kleinen Kreis abgrasen und unsere Fahrzeuge dabei beäugen. Ziegen und Schafe ziehen an uns Piloten vorbei und Gänseherden werden von Bäuerinnen mit dem obligaten Stöckchen vor sich her getrieben, hier scheinen Natur und Mensch in Einklang noch zu leben!
Mittags dann ein Halt in Giorgu einer mittelgrossen Kreisstadt, welche insofern ihrem Namen Ehre tut, indem wir voerst manche Kreise ziehen, bis wir das Bürgermeisteramt endlich finden, welches unsere Nachladung vorbereitet hat. Mit einem TWIKE zu reisen ist eine einfache Sache, jede Haushaltssteckdose eignet sich zur Nachladung, mit sechs TWIKES unterwegs zu sein bietet etwas mehr Schwierigkeiten will man gemeinsam laden, braucht es doch getrennte Absicherungen pro TWIKE! Unsere Stromkühe sind da ideal, wir stecken in 380 Volt dreiphasen Steckern ein und können alsdann alle TWiKeS auf einmal mit Energie versorgen. Der Verantwortliche von Giorgu überlegt sich wo er diesen Wunsch erfüllen kann und führt uns dann in den Werkhof, zuhinterst beim beachtlich grossen Werkhof der Stadt. Geschützt von der stechenden Sonne - die Battereien sollten sich um optimal zu laden nicht über 42 Grad erwärmen - wird der Ladevorgang vollzogen, während wir in wilder Fahrt durch die Hafenpiste holpernd in einem 4x4 Gefährt in das Hafenrestaurant am Ufer der Donau vom Werkmeister gefahren werden. Wir speisen köstliche Salate und bieten gleichzeitig den hungrigen Mücken ein Speisefeld besonderer Art, uns umschwärmend und umtanzend, scheinen auch sie des Glückes voll! Schnell vergeht die Zeit und wir werden zurück gefahren, sitzen auf und verlassen nach Presse- und Fernsehfahrten, die uns nochmals aus dem Zeitplan bringen Giorgu, hin zu unserem Übernachtungs-Etappenziel.

Es ist bereits sechs Uhr nachmittags, die TWIKES zu lenken ist jetzt wieder angenehmer als am Mittag bei höchstem Sonnenstand! In rascher Fahrt geht es der Donau entlang, wir wollen vor dem Einnachten unser Ziel erreichen, nächtliche Fahrten auf unbekannten Strassen wollen wir meiden. Wir lassen die einmalige Landschaft auf uns wirken, durchfahren Dorf um Dorf, werden von der Bevölkerung bewundert und bejubelt, geniessen unsere Fahrt! Im Etappenziel erwartet uns der Kommandant der Gendarmerie, es geht hin und her auf der Suche nach einem guten Nachtladeplatz für unsere TWIKES. Wir werden gleich von an die hundert Kinder umringt, wir scheinen DAS Ereignis für das Städtchen zu sein. Pins- und Kleberverteilung folgt, Probesitzen, Hand- und Fusssprachenkommunikation, Rinaldo, Hadj, die Helden der Jungs, die Mädchen bewundern TWIKY unser Maskottchen. die Süssigkeiten die wir verteilen sorgen für gute Laune und als wir im Gänsemarsch die TWIKES zum städtischen Elektrizitätswerk, also sozusagen an die Quelle, führen, haben wir etwelche Mühe uns durch die beachtliche Menge zu schlängeln. Gut dass der Gendarmeriewagen mit Blaulicht vorausfährt, uns sozusagen eine Gasse bahnt!
Das "Hotel" des kleinen Ortes, 3 Zimmer im ersten Stock eines Wohnhauses, ist sauber und günstig und lässt uns nach dem mundenden Nachtessen in der Gartenwirtschaft bei angeregten Gesprächen mit dem Kommandanten und seinem Stellvertreter, rasch in einen tiefen Schlaf versinken und vom schawarzen Meer auch träumen...!
|