Bosnien - Kroatien Drucken E-mail
Geschrieben von: Michael Schoch   
Nach einer Übernachtung im Hotel in Sarajevo (den Zeltplatz konnten wir trotz längerem Suchen nicht finden) ging die Reise weiter. Wir hatten zum Glück keine fixen Termine mehr und so war ein kurzer Badehalt zur Erfrischung bei der grossen Hitze möglich. Kurz später dann ein weiterer, weit wenig angenehmer Halt: Der erste platte Reifen nach über 3 Wochen...



Eigentlich war's ja viel zu heiss zum arbeiten...



Die erfahrenen TWIKE Piloten hatten den Schaden schnell behoben und mit letztem Strom erreichten wir das Städtchen Mostar.
Mit 4 TWIKE eine Ladestelle im Stadtzentrum zu finden war schwierig. Leicht ausserhalb fanden wir eine Tankstelle und konnten den Chef von unserem Bedürfnis überzeugen. Hilfreich dabei neben Händen und Füssen war eine Kurzinformation in der Landessprache die wir den Leuten jeweils zeigen konnten. Glücklicherweise konnten wir uns in einem klimatisierten Restaurant verpflegen. Wegen der hohen Temperaturen füllten sich die TWIKE nur mit reduzierter Ladung. Auch konnten wir die zur besseren Belüftung geöffneten Fahrzeuge nicht unbeaufsichtigt lassen.
Nach 5 Stunden, diversen Spielen, Kaffees und Wasserschlachten dann endlich genügend Strom zur Weiterfahrt ans Meer. Eine kleine Stadtrundfahrt und ein Fotohalt vor der berühmten alten Brücke und weiter gings in der Abenddämmerung hinunter an die Adria.



Dank einheimischer Hilfe fanden wir bei Dunkelheit unseren kleinen Zeltplatz. Bei Pasta und Wein feierten wir den 1. August und schlossen den Tag mit einem Nach(k)tbad.



Am nächsten Morgen erreichen wir auf der perfekten Küstenstrasse endlich das Meer und geniessen unser erstes Frühstück mit Blick auf die Adria.



Die Zeltplätze an der Adria sind perfekt und wir übernachten meist direkt am Meer. Die Stromversorgung ist unterschiedlich. Wunderbare Stromkästen mit 3 mal 80 A Vorsicherung versprechen eine gemütliche Nacht. Doch fällt nach einer halben Stunde Ladung mit 5 A die Beleuchtung in unserem Bereich aus und der deutsche Nachbar verlässt erregt seinen Camper. Auch Kühlschrank und Fernseher sind stromlos. Und siehe da, auch die TWIKE blinken nur auf einer Diode.
Mehr als eine Stunde schreite ich mit dem Nachtwächter und meiner Stirnlampe auf dem steilen Zeltplatz von Stromkasten zu Stromkasten. Unterdessen merke ich, dass auch er die Hauptsicherung sucht, doch schlicht und einfach nicht weiss wo sie ist. Etwa nach der Halbzeit nimmt ein engagierter Einheimischer die Sache und meine Lampe in die Hand. Dies bedeutet, dass wir alle Kästen noch einmal absuchen.
Unterdessen macht der enervierte Camper mobil gegen uns und nur knapp können Handgreiflichkeiten verhindert werden. Verständlich dass man bei solchen Stromfressern die Fassung verlieren kann, wenn doch in den letzten 40 Jahren immer alles perfekt funktioniert hat.
Unterdessen dann das Telefon zum Platzwart und endlich: Der Hauptsicherungskasten ist ein ganz normales kleines Kästchen hinter der Türe im Männerklo. Und was unten mit 80 A abgesichert ist hat oben eine 16 A Vorsicherung...
Wir verteilen die TWIKE auf dem ganzen Platz, der Nachbar verschwindet in seinem Camper und endlich kehrt die langersehnte Ruhe ein.
 
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