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Geschrieben von: Michael Schoch
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Erst mal der Küste entlang bis nach Venedig. Auf der langen Halbinsel
vor der berühmten Stadt erwarten uns 26 Campingplätze direkt am Meer.
Erwarten - oder eben nicht! Italien ist in den Ferien und alle Plätze
sind ausgebucht. Bereits leicht demotiviert finden wir dann die
Touristen Information und die wissen einen kleinen, privaten Zeltplatz,
nicht direkt am Meer aber mit 100 Gästen genau unsere Grösse. Dass wir
die TWIKE hier nicht laden können (schwache Stromversorgung) ist uns
unterdessen egal, wir wollen endlich Zelte aufstellen und ans Meer!
Noch am selben Abend nehmen wir Bus und Fähre und fahren bei
Sonnenuntergang der hübschen Stadt entgegen. In den vielen engen
Gässchen und Kanälen wäre ein Amphibien-TWIKE praktisch...

Am nächsten Tag verlässt uns Bernd Werner. Seinen Ferien neigen sich
dem Ende zu und er muss am Montag wieder im Norden Deutschlands zur
Arbeit. Auch Barbara fährt per Zug in die Schweiz zurück um den
Kindergarten für Montag einrichten zu können.
Wir bleiben also zu Viert mit 3 TWIKE zurück und fragen uns, ob wir
nicht doch schon ein wenig lange ferienhalber unterwegs sind?

Langsam ziehts uns zurück in die Berge und nach Hause in die Schweiz.
Ferien mit dem TWIKE sind ein wunderbares Abenteuer - aber auch ein
strenges! Unzählige Male hat jeder von uns nun das TWIKE erklärt:
englisch, italienisch, französisch, spanisch, deutsch und mit Händen
und Füssen. Und so nebenbei haben wir 5000 km in 5 Wochen zurückgelegt
und 12 Länder bereist. Verständlich dass der Autor spätabends auch mal
ein unvorteilhaftes Bild abgibt.

Auch wir verlassen nun das Meer und machen uns auf Richtung Mantova.
Offenbar wollte das TWIKE den Canale Grande auch mal sehen. Eine
Baustellen-Umleitung und kurz nicht aufgepasst und wir befinden uns auf
dem Damm nach Vendedig.

Jetzt gibt's kein zurück mehr. Bis die Polizei kommt sind schon ein
paar exklusive Bilder im Kasten. Ein TWIKE am Canale Grande gab's noch
nie (siehe Fotoalbum).
Einige Touristen sind ganz verwirrt ob diesen Gefährten und betrachten das Geschehen aus sicherer Distanz.

Alles OK, wir sitzen wieder im Sattel.

Durch die Po Ebene kommen wir
zügig vorwärts Richtung Mantova. Bis dann des Leaders TWIKE plötzlich
leer ist. Kurz kreisen wir in einer kleinen Ortschaft und finden auch
schon die Tankstelle. Sie ist nicht bedient, doch ein Stromkasten ist
schnell gefunden und schon kriechen die ersten Ampère-Käfer durch die
Leitungen. Gerade als wir die Melonen und den Rohschinken
aufgeschnitten haben klickts im Kasten: Die Sicherung! Mit allen
Künsten des Bastelns kriegen wir's nicht hin. Drei TWIKE an einem
dreiphasen Stecker laden geht in Italien offenbar nicht weil die "salva
vita" zu sensibel reagieren. Die Sicherung hüpft immer öfter und
irgendwann hat der ganze Kasten keinen Strom mehr. Stephans Kommentar:
"Ich glaube wir sollten nun gehen, und zwar schnell!"
Die nächste
Tankstelle ist zum Glück in Sichtweite und bedient. Auch hier können
wir nicht dreiphasig laden, doch hat's ein Bistro mit gutem Kaffee,
Panini und Tischchen zum Spielen. Nach 2.5 Stunden sind die Batterien
wieder voll und die Fahrer gestärkt. Probefahrten mit der Tankstellen
Crew, Fotos und weiter geht die Reise.
In Mantova werden wir von Thomas Freunden erwartet. Spätabends treffen
die 3 TWIKE auf der historischen Piazza di Mantova ein. Im
Scheinwerferlicht suchen wir das Restaurant in den Gemäuern des
Palastes.

Nach einem wunderbaren Nachtessen bei Dante und Marina stellen wir
unsere Zelte mit übervollen Bäuchen auf den edlen Rasen vor dem Palast.
Bestimmt der exklusivste Campingplatz auf unserer Reise (Brauchte sogar
das OK vom Polizeikommandanten). Doch nichts geht über gute
Beziehungen, auch in Italien.

Am Morgen ein wunderbares Frühstück direkt in der Bäckerei und während
die TWIKE laden besuchen wir das sehenswerte Städtchen Mantova. Alleine
schon für den Palast mit mehr als 1000 Zimmern lohnt sich's ein zweites
Mal nach Mantova zu fahren. Selbst unser Freund Dante, dessen
Restaurant sich unten im Palast befindet, verirrt sich in den
unzähligen Gängen und Räumen.
Die Kirche dann ein interessanter Mix für jeden Kenner verschiedener
Stilepochen. Der älteste Teil mehr eine Burg, die Seitenwand gotisch,
eine viel zu grosse Barrockfassade und innnendrin Renaissance.

Noch befinden wir uns nur ein paar Meter über Meer. Für die Heimfahrt
haben wir uns eine ganz spezielle Route ausgesucht. Die neuen
NiMH-Batterien haben uns eine Reise in neuen Dimensionen ermöglicht und
sich bestens bewährt. Nun sollen sie auch noch in den Bergen getestet
werden! Ab in die Alpen!
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