| RAVE - Einleitung |
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Vorgehen und Aufbau der ArbeitDie naturwissenschaftlich-physischen Faktoren der Grundlagen für RAVE stellen den Zustand der Erde und Szenarios für den weiteren Verlauf desselben dar. Daraus wird ersichtlich, dass fundamentale Gefahren für die heutige Gesellschaft bestehen, welche aus dem Verhalten eben dieser Gesellschaft erwachsen. Diese Gefahren werden in der Arbeit als Push-Faktoren aufgenommen und dargestellt: Es gilt heute, die Zeichen zu lesen, Lösungen zu kreieren und diese Lösungen umzusetzen und zwar auf globaler wie auf regionaler, kommunaler und individuellen Ebene, von PolitikerInnen, der Wirtschaft wie von den BürgerInnen. Diesen Push-Faktoren, stehen Pull-Faktoren gegenüber. Sie zeigen Möglichkeiten auf, in welche Richtung die Lösungsansätze gehen könnten und mit welchen Effekten die Lösungen zusammen hängen könnten. Dass diese Lösungen nicht mit Opfern verbunden sind, sondern ganz im Gegenteil, mit Lustgewinn, Erhöhung der Lebensqualität und des Wohlbefindens einher gehen können und auch müssen, wird dann klar, wenn wir uns bewusst werden, dass wir in einem demokratischen System leben und uns in einer Marktwirtschaft bewegen. Nur durch die Information und reife Entscheidung von KonsumentInnen und WählerInnen können die Ansätze in konkrete Handlungen umgesetzt werden. Aus dem Zusammenzug von Push- und Pull-Faktoren, welcher uns die Handlungsnotwendigkeit und die mögliche Richtung zeigt, werden die Anforderungen an die Komponenten „Verkehr“, „Energie“ und „Region“ deduktiv abgeleitet. Dadurch erhalten wir eine Grundlage um die anschliessenden Berechnungen über die physische Machbarkeit und die technischen Möglichkeiten präsentieren zu können. Die grundsätzliche Frage, ob und wie die Energie für das Verkehrssystem bereitgestellt werden kann, wird mit Berechnungen von Produktions- und Einsparungs- bzw. Umlagerungspotenzialen von Energie beantwortet. Die Resultate und die modellierten Verkehrs- und Energiesysteme dienen ihrerseits als Grundlage für die qualitative Erforschung der sozialen Akzeptanz und der Nachfrage des Systems. Die soziale Akzeptanz von regional autarken Verkehrs- und Energiesystemen wird mit Leitfadeninterviews ergründet und bildet einen methodischen und inhaltlichen Gegenpol zu den Berechnungen im ersten Teil der Arbeit. Wir bedienen uns dem Instrumentarium der qualitativen Sozialforschung um die Motivationen für die Benützung bestimmter Fahrzeuge und die emotionale Bewertung unterschiedlicher Formen von Energie zu erforschen. Wir suchen nach Schlüsselstellen im Bewusstsein unserer ProbandInnen, welche die Wahl von Fahrzeug und Energieform determinieren und mit Hilfe welcher dieses Verhalten beeinflusst werden könnte. Als formales Merkmal rückt hier der Text ins Zentrum. Der Forschungsteil wird mit Expertengesprächen abgeschlossen, welche, zusammen mit den Resultaten aus den Interviews und den Berechnungen der technischen Machbarkeit zu einer Synthese verarbeitet werden. Die Synthese macht uns klar, dass die Möglichkeiten durchaus bestehen, in Bezug auf die Energieversorgung des motorisierten Individualverkehrs Nachhaltigkeit zu erreichen und zwar in sehr grossen wie auch sehr kleinen Massstäben. Der Umbau des Verkehrs- und Energiesystems wird allerdings kaum von selbst erfolgen. Auf mögliche Handlungsfelder wird anschliessend an die Synthese eingegangen, im vollen Bewusstsein, dass die Ausarbeitung konkreter Handlungsinstrumente und deren Einsatz den Umfang dieser Arbeit sprengt. Damit kann die vorliegende Arbeit nur die Grundlagen liefern für die Berechtigung und Realisierbarkeit von regional autarken Verkehrs- und Energiesystemen und ein Instrument für den weiteren Vortrieb der Gesellschaft auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.
Die Verantwortung und die Kompetenz für den Umbau des Verkehrssystems vom fossilen zum nachhaltigen wird auf Privatpersonen, Firmen, politische Körperschaften und den Staat, also auf sämtliche Ebenen der Gesellschaft verteilt. Es gilt im Weiteren, Trägerschaften zu finden, die bereit, motiviert und fähig sind, die Verantwortung wahrzunehmen, welche uns die Demokratie in die Hand gibt: unsere gemeinsame Zukunft gemeinsam zu ermöglichen. |
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